Kontaktlinsen beim Sport
- was ist zu beachten?
Brillenträger haben es beim Sport nicht immer einfach: Der Schweiß
lässt das Gestell von der Nase rutschen, die Gläser beschlagen,
und im Eifer des Gefechts kann einem auch einmal die Brille von der
Nase geschlagen werden - sei es durch einen Ball oder durch einen Spielgegner.
Einzelne Sportarten sind außerdem grundsätzlich nicht für
Brillenträger geeignet, wie beispielsweise Wassersportarten oder
Kampfsportarten.
Eine ideale Alternative bieten Kontaktlinsen. Um jedoch die geeignete
Kontaktlinse für sich zu finden, müssen zunächst besondere
Veränderungen am Auge, die während einer sportlichen Aktivität
eintreten, berücksichtigt werden.
Um eine ungetrübte Sicht zu haben, ist unser Auge auf eine klare
Hornhaut angewiesen. Die Hornhaut wird daher nicht von Blutgefäßen
durchlaufen, die für die notwendige Sauerstoffversorgung zuständig
sind.
Das Bindegewebe erhält den Sauerstoff hauptsächlich über
die Luft und somit über den Tränenfilm. Eine klare Linse wird
zusätzlich dadurch garantiert, dass die Hornhaut über ein
Ionenaustauschsystem mit Glukose versorgt und von Stoffwechselprodukten
entsorgt wird. Damit dieses System reibungslos funktioniert, ist ein
konstantes Säure-Base-Gleichgewicht (pH-Wert) auf der Hornhaut
notwendig. Wird die Hornhaut beispielsweise sauer - das heißt,
der Säurewert ist zu hoch -, so funktioniert der Ionenaustausch
nicht mehr reibungslos, die Hornhaut quillt auf und verliert dadurch
ihre Klarheit.
Während des Sports treten Veränderungen am Körper des
Betroffenen auf, die sich negativ auf die oben beschriebene Sauerstoffversorgung
und den Stoffwechsel der Hornhaut auswirken.
Diese Einflüsse müssen bei der Wahl der geeigneten Kontaktlinse
bedacht werden:
-Der Sauerstoffbedarf erhöht sich, und Kohlendioxid wird verstärkt
ausgeschieden. Hier bieten formstabile Kontaktlinsen einen guten Komfort,
da sie am besten Sauerstoff und CO2 durchlassen.
-Der pH-Wert sinkt. Im Gegensatz zu weichen Kontaktlinsen, sind formstabile
Linsen unempfindlich gegenüber Veränderungen im Säure-Base-Haushalt,
und garantieren somit auch während des Sports eine klare Sicht.
-Die körpereigene Temperatur steigt um 2-3 OC an. Auch hier gewährleisten
die harten Linsen am besten, dass es nicht zur Austrocknung und Sauerstoffunterversorgung
der Hornhaut kommt.
Der Tränenfilm wird beeinträchtigt. Kontaktlinsen, die nicht
so schnell antrocknen, wie beispielsweise harte, formstabile Linsen,
sind auch aus diesem Grunde zu bevorzugen.
Neben diesen physiologischen Besonderheiten des Auges, die es bei der
Wahl der geeigneten Kontaktlinsen zu berücksichtigen gilt, spielt
es natürlich auch eine Rolle, welche Sportart betrieben wird. Während
beispielsweise bei Wintersportarten oder bei Sportarten in über
2000m
Höhe formstabile Linsen bevorzugt werden sollten, sind weiche Linsen
bei Wassersportarten oder Strandsportarten die bessere Wahl.
Weitere Tipps für die geeignete Wahl Ihrer Kontaktlinsen erhalten
Sie von einem Fachmann.
Quelle:
Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Köln, 1/2002,
7.Jahrgang