Was tun bei einer Laktoseintoleranz?
Sie kennen die unangenehmen Beschwerden, die Ihnen den Verzehr von Milchprodukten
schwer machen: Völlegefühl, extreme Blähungen, krampfartige
Bauchschmerzen, Koliken oder gar Übelkeit und Erbrechen?
Dann sind Sie sehr wahrscheinlich von einer Milchzuckerunverträglichkeit
(Laktoseintoleranz) betroffen.
Eine Milchzuckerunverträglichkeit - die so genannte Laktoseintoleranz
- ist darauf zurückzuführen, dass das Enzym Lactase von unserem
Körper nicht ausreichend produziert wird beziehungsweise verfügbar
ist. Für die Verdauung von Milch und Milchprodukten ist dieses
Enzym jedoch notwendig. Es spaltet die Laktose (Milchzucker) in seine
Grundbausteine Glucose und Galactose, damit unser Organismus diesen
Nährstoff überhaupt verwerten kann. Die enzymatische Spaltung
der Laktose ist somit Voraussetzung für den unbeschwerten Genuss
von milchzuckerhaltigen Lebensmitteln.
Bei Fehlen des Enzyms gelangt der Milchzucker ungespalten in die unteren
Darmabschnitte und wird dort durch bestimmte Darmbakterien vergoren.
Blähungen, Völlegefühl und Durchfall sind die Folgen.
Fast jeder siebte Bundesbürger ist von einer Laktoseintoleranz
betroffen. Der damit verbundene Lactasemangel kann genetisch bedingt
sein oder im Laufe des Lebens aufgrund anderer Erkrankungen entstehen.
Vor allem auch Menschen im höheren Lebensalter klagen nach dem
Verzehr milchzuckerhaltiger Lebensmittel über Beschwerden, da die
Aktivität des Lactase-Enzyms mit zunehmendem Alter abnimmt.
Damit Betroffene in ihrer Ernährungsweise nicht all zu sehr beeinträchtigt
werden, werden verschiedene Hilfen angeboten:
Mit Hilfe von laktosefreier Milch lassen sich auch weiterhin beliebte
Milchdrinks und Milchspeisen wie Müsli oder Puddinge genießen.
Eine weitere Hilfestellung bieten Produkte, die die fehlenden Lactase-Enzyme
liefern, damit der Milchzucker im Körper des Betroffenen wieder
in seine Grundbausteine gespalten werden kann. Somit können auch
andere milchzuckerhaltige
Lebensmittel wie beispielweise viele Wurstarten, Tiefkühlgerichte
oder Medikamente ohne Beschwerden verzehrt werden.
Informationen zu entsprechenden diätetischen Lebensmitteln gibt
es beispielsweise in den Reformhäusern.