Der normale Tagesablauf unseres Organismus
sieht es vor, dass der Körper tagsüber in all seinen Funktionen
aktiv ist und während der Nacht sämtliche Abläufe auf
Sparflamme geschaltet sind. Kehrt sich dieser Prozess in unregelmäßigen
Abständen jedoch um, so wird unser Körper enorm gestresst.
Die innere Uhr wird komplett aus ihrem Gleichgewicht gebracht.
Nachtarbeiter bekommen dieses Phänomen unmittelbar zu spüren:
Das Herz-Kreislaufsystem arbeitet nicht konstant, so dass sich der Blutdruck
und der Puls erhöhen können. Es können sich Schlafstörungen
einstellen. Der gesamte Verdauungsapparat der Betroffenen gerät
aus den Fugen, denn das Verdauungssystem kann sich nicht auf den ständig
wechselnden Essensrhythmus einstellen.
Aus diesem Grunde klagen ca.80% der Nachtarbeiter unter regelmäßigen
Magenbeschwerden. Auch die Beeinträchtigungen im sozialen Bereich
dürfen nicht unterschätzt werden. Familien- und Freundeskontakte
können aus Zeitgründen nicht regelmäßig gepflegt
werden.
Wie die BGW im Rahmen einer Studie herausgefunden hatte, werden die
Vorschriften für Schichtarbeiter häufig nicht eingehalten:
Die maximale Nachtdienstlänge von vier Nächten wird häuufig
überschritten, es wird länger als zehn Stunden gearbeitet
und das Mindestmaß von zwei freien Wochenenden pro Monat wird
oft nicht eingehalten.
Die mit den Unregelmäßigkeiten einhergehenden Beeinträchtigungen
wirken sich auch auf den natürlichen Alterungsprozess des Menschen
aus und lassen ihn überdurchschnittlich schnell altern.
Um diesem Prozess entgegenzuwirken, sollten sich die Betroffenen an
die folgenden Empfehlungen vom Schlafmedizinischen Zentrum der Berliner
Charité halten:
-Der folgende Arbeitszeitrhythmus sollte möglichst eingehalten
werden:
erste Woche Früh-, zweite Woche Spät- und dritte Woche Nachtschicht.
-Während des dazwischen liegenden Schlafes sollte das Schlafzimmer
immer ausreichend abgedunkelt und möglichst wenig Lärmquellen
ausgesetzt sein.
-Aufputschende Lebensmittel und Genussmittel wie beispielsweise koffeinhaltige
Getränke sollten spätestens vier Stunden vor der Schlafenszeit
verzehrt werden
-Zur Vorbeugung von Schlafstörungen sollten die Betroffenen lediglich
pflanzliche Präparate wie Baldrian, Johanniskraut, Melisse oder
Hopfen einnehmen. Andere Medikamente werden nur nach Rücksprache
mit dem Arzt empfohlen